RONGO

Vernissage 7. August 2018 um 18.30 Uhr

Ausstellung und Workshop von und mit Fabiola Diáz und Marcela Moreno (Chile

Sumie-Malerei und Gesang aus Rapanui (Osterinseln)

7. - 25. August 2018
Programm
Dienstag, 7. August, 18:30 Uhr: Eröffnung/Vernissage
Mittwoch, 8. August, 19 Uhr: Improvisations-Malerei und Konzert
Freitag, 10. August, 19 Uhr: Tanz-Improvisation mit Felipe Gonzaléz und Live-Malerei
Samstag, 11. August, 19 Uhr: Tanz-Improvisation mit Felipe Gonzaléz, Live-Malerei und Musik-Improvisation mit Musikern der Kolbhalle
Freitag, 17. August, 19 Uhr: Improvisations-Malerei und Konzert mit Marcela Moreno (Chile)
Samstag, 18. August, 19 Uhr: Improvisations-Malerei und -Musik mit Musikern der Kolbhalle
Freitag, 24. August, 19 Uhr: Live-Lesung mit Konrad Bohley und Marcela Moreno (Chile)
Samstag, 25. August, 19:00 Uhr: Finissage

Workshop Sumie-Malerei und Lieder aus Rapanui
Ganztages-Workshop - von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr.
Mit Marcela Paz Moreno und Fabiola Diáz (Chile)
Mittwoch 8. August
Samstag 18. August
Samstag 25. August
*Es wird um eine Spende von 10-15€ für Material gebeten
Anmeldung: marcelapaz.moreno@web.de

Kinder-Workshop Sumie-Malerei für Kinder (ab 8 Jahre)
Mit Fabiola Diáz (Chile)
Donnerstag, 9. August, von 10 bis 12 Uhr
Dienstag, 14. August, von 10 bis 12 Uhr
Donnerstag, 16. August, von 10 bis 12 Uhr
Dienstag, 21. August, von 10 bis 12 Uhr
Donnerstag, 23. August, von 10 bis 12 Uhr
*Es wird um eine Spende von 5€ für Material gebeten
Anmeldung: marcelapaz.moreno@web.de

Rongo
Die Rongorongo-Schrift, oder kohau rongo rongo, ist eine Schriftart, die sich durch auf Holz geschnitzte Piktogramme oder Glyphen kennzeichnet, deren Übersetzung noch ungewiss ist. In Rapanui-Sprache bedeutet kohau  “Holz, das zum Bau vom Kanurumpf dient” und rongo rongo “grosse Botschaft” oder “grosse Studie”, so dass kohau rongo rongo als “Rezitationshölzer” oder “Rezitationsstäbe” übersetzt worden ist.
Die Arbeit von Fabiola besteht in der Interpretation eines imaginären Dialog zwischen zwei in Zeit und Raum fremden Traditionen: der Rapanui-Kultur (Osterinsel) und der japanische Kultur.

Wir freuen uns, Sie persönlich an diesem Abend zu begrüßen. Die Künstlerin ist anwesend.
Die Ausstellung  findet zweisprachig (deutsch/spanisch) statt.

Rongo Ausstellung
Die hier vorgestellten Werke basieren auf den Rongorongo-Tafeln des  Nationalen Naturhistorischen Museums.
Die Rongorongo-Schrift, oder kohau rongo rongo, ist eine Schriftart, die sich durch auf Holz geschnitzte Piktogramme oder Glyphen kennzeichnet, deren Übersetzung noch ungewiss ist. In Rapanui-Sprache bedeutet kohau  “Holz, das zum Bau vom Kanurumpf dient” und rongo rongo “grosse Botschaft” oder “grosse Studie”, so dass kohau rongo rongo als “Rezitationshölzer” oder “Rezitationsstäbe” übersetzt worden ist.
Die Arbeit von Fabiola bestand darin, einen imaginären Dialog zwischen zwei in Zeit und Raum fremden Traditionen zu interpretieren: die Rapanui-Kultur (Osterinsel) und die japanische Kultur. Dabei überlagert sich der geheimnisvolle Kode der Rapanui-Glyphen mit der Materialität, Geste und Technik der seit Mitte des 14. Jahrhunderts in Japan entwickelte Sumi-e-Malerei. Diese beiden Temporalitäten konvergieren in der Arbeit der Künstlerin mit der Absicht, eine sensorielle Verbindung herzustellen, durch die sich zwei mit der Natur und der einheimischen Weisheit tief verbundene Weltansichten verbrüdern oder verbinden.  
In einer Zeit von Umweltkatastrophen, Naturplünderung und sozialer Isolierung könnte uns das Kennenlernen von und die Vertiefung in vor-westliche Lebensformen eine Möglichkeit bieten, den anscheinend in Zerfall befindlichen Natur-Kultur-Pakt neuzugestalten.  
Der Ausdruck Rongo in Rapanui-Sprache deutet genau auf einen Aufruf hin, den die Künstlerin als einen Alarm oder Aufforderung auslegt, zum Ursprung zurückzukehren und auf unsere Vorfahren zu hören. „Te kii nei he rongo o te arero rapanui he kii rutu o te vi’e nei pahe nangananga etahi mo hoki ki te hakaaranga o tatou matamu’a”.
Jedes Bild zeigt durch einfache Tusche-Skizzen auf mit Milch durchtränktem Reispapier geheimnisvolle anthropomorphe Figuren, Tiere, zauberhafte Kreaturen, Himmelsobjekte: in der Zeit verlorene, noch unentzifferte Kodes, die jedoch ein unterbewusstes, in der Menschlichkeit eingeprägtes Gedächtnis auf atavistischer Ebene erwecken, wobei Raum und Zeit bedeutungslos sind.
Valentina Montero P. Kuratorin, Inhaberin eines Doktorgrades der Universidad de Barcelona, Master in Ausstellungsmachen und neuen Medien. Postdoktorale Forscherin des Conicyt /Fondecyt der Universidad de Valparaíso.
www.valentinamontero.com