NOM

4.11.2026

Einlass 18:00

Konzert 20:00

NOM „die letzte Bastion der schonungslosen russischen Satire“

NOM steht für „Neformalnoe Ob'edinenie Molodezhi“ – auf Deutsch:„Non-formale Jugendorganisation“. Dieser Begriff wurde Anfang der 90er-Jahre von der offiziellen sowjetischen Presse häufig verwendet, um verschiedene Jugendgruppen zu bezeichnen, die gegen den Komsomol (Kommunistischer Jugendverband) opponierten. Die Band NOM wurde damals in St. Petersburg von einer Gruppe Studenten und ehemaligen Klassenkameraden gegründet. Der Name NOM wurde als Gegenentwurf zur „ernsthaften“ Rockbewegung gewählt, die in den Jahren der Perestroika in St. Petersburg aufkam. Dieser ironisch-sarkastische Ansatz wurde zum zentralen kreativen Stilmittel von NOM. 
„Die Idiotisierung dramatischer und die Dramatisierung idiotischer Aspekte des Lebens“ waren das Manifest, mit dem NOM 1989 die Leningrader Rockbühne betrat. Die Bandmitglieder kümmerten sich nie um die Definition ihres Musikstils – je weniger Grenzen, desto besser. So experimentierten sie musikalisch von klassischem Garage-Rock über deutschen elektronischen Minimalismus bis hin zur komischen Oper. In ihren Texten folgen sie der Tradition der absurden russischen Poesie – von Kosma Prutkov bis zu Oberiu O. Charms, Vvedensky u. a. Der bekannte Kritiker Artemy Troitsky nannte NOM „die letzte Bastion der schonungslosen russischen Satire“, was insbesondere heutzutage zutrifft.

Zwischen 1989 und 2022 veröffentlichte NOM 18 Studioalben, 4 Live-Alben sowie mehrere Remix- und Kompilationsalben. Die NOM-Videosammlung erschien auf fünf DVDs. Die Band ist live sehr aktiv – sowohl in Russland als auch in Europa. Die Band nahm an zahlreichen internationalen Musikfestivals teil, darunter Les Allummees (Frankreich), Sziget, Big Ear (Ungarn), das Kunstfestival unter dem ehemaligen Stalin-Denkmal in Prag (Tschechische Republik), Fusion (Deutschland), Linzfest (Österreich), SKIF (Russland) usw. Das NOM-Video „Ukrblues“ gewann den Grand Prix als bestes Low-Budget-Video auf der Musikmesse MIDEM-96 (Cannes, Frankreich).